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BeschreibungMartin ist ein Mann mittleren Alters, in der DDR geboren und aufgewachsen. Er ist verheiratet und Vater von zwei fast erwachsenen Söhnen. Der Anfang enthält Rückblicke auf bedeutende Ereignisse seines vergangenen Lebens. Diese passen in die momentane Stimmung des Darstellers. Der Wendezeit ist dabei ganz besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Situationsbedingte Vergleiche mit der BRD, mit seinem engsten Freund ausdiskutiert, legen seine und seines Freundes Gedanken und Standpunkte offen. Bedingt durch den Chefwechsel der kleinen Firma lernt Martin Mobbing am Arbeitsplatz kennen. Schließlich setzt er sich handgreiflich zur Wehr. Diese Reaktion zieht den Verlust des Arbeitsplatzes nach sich. Durch den abgebauten übergroßen Druck erlebt Martin einen Zusammenbruch und fast zeitgleich öffnet sich ihm der Weg zu Gott. Die ideelle Unterstützung seines Freundes ist ihm in diesem Moment eine große Hilfe. Martins Frau reagiert verständnislos auf seine überstürzte Kündigung und fordert ihn auf, Abbitte beim Chef zu leisten. In diesem Zusammenhang wird ihm die fehlende Beziehung zwischen sich und seiner Frau bewußt. Die darauf folgende Entfremdung verstärkt sich noch, nachdem Martin in den alten Bundesländern Arbeit findet. Dafür erlebt er während dieser Zeit eine Verstärkung des Vertrauens zwischen sich und seinen Söhnen. Im Traum erlebt Martin die Begegnung mit sich selbst. Das Familienleben erfährt kurzzeitig eine Belebung. Die Arbeitssituation in den alten Bundesländern stellt einen Vorgesetzten dar, der die Isolation seiner Mitarbeiter anstrebt. Martin wird mit westlichem Denken und Handeln konfrontiert und setzt sich damit auseinander. Relativ schnell gerät er in eine Gruppe von alternativ denkenden Menschen. Diese Verbindung hilft ihm, die sonst in den alten Bundesländern übliche Isolation zu durchbrechen. Er muß erkennen, daß die verschiedenen Erfahrungen in der Vergangenheit grundverschiedene Sichtweisen in einer gegenwärtigen Situation hervorrufen. Dabei lernen beide Seiten voneinander und es entwickelt sich daraus eine Freundschaft. Wobei so eine innige Beziehung wie zu seinem Freund nicht erreicht wird. Als er einer jungen empfindsamen Künstlerin begegnet, verliebt sich Martin. Da sie zur befreundeten Familie gehört, ist die Begegnung unvermeidlich. Martin versucht vor der Konfrontation mit ihr und seinen Gefühlen zu fliehen. Seine Frau hat ein Verhältnis mit einem neuen Mitarbeiter begonnen. Martins Sohn vertraut ihm das Geheimnis an. Die zufällige Begegnung mit der jungen Frau in freier Natur, läßt Martin die Scheu überwinden und offenbart beiden das Gefühl füreinander. Martin gibt sich der Illusion der großen Liebe hin. Ein gemeinsames Wochenende, an dem sie mit dem Rad zu einer Folkloreveranstaltung fahren, bildet den Abschluß. AutorinIch bin Mutter von drei erwachsenen Töchtern und dreifache Großmutter. Nach der Lehre als Chemielaborantin arbeitete ich noch ein paar Jahre in einer Bitumenfabrik in diesem Beruf; mußte für mich aber immer mehr feststellen, daß diese Berufswahl nicht meinen Neigungen und Interessen entsprach. So begann eine lange Suche mit wechselnden Berufen. Dazu gehörte unter anderem die Tätigkeit als Fotolaborantin, Kraftfahrerin, Sachbearbeiterin und Altenpflegerin. Nach der Wende entschloß ich mich zu einer Neuorientierung und nahm die Möglichkeit einer Umschulung zur Gärtnerin wahr. Darauf folgte eine weitere Umschulung zur Garten- und Landschaftsbauerin und die Technikerausbildung im Garten- und Landschaftsbau. Nach dem Studium meldete ich das Gewerbe an und versuchte selbständig tätig zu werden, mit minderem Erfolg (auf dieser Seite Deutschlands fehlen die finanziellen Mittel; zudem werden viele Arbeiten von den Häuslebesitzern selbst ausgeführt). Als ich diese einer Freundin vorlas fragte sie, warum ich nicht schreibe. »Zerreißprobe« ist diesem Umstand geschuldet. Rezension"Zerreissprobe", ein zeitkritisches Werk der Dessauerin Barbara Arndt, wurde im März 2004 vom südthüringischen Verlag amicus als Debüt-Roman veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der politischen Wende und dem daraus entstehenden Ost-West-Konflikt stößt Martin, die Leitfigur, sowohl beruflich, als auch zwischenmenschlich an Grenzen, die er zu durchbrechen versucht. Auf der Suche nach dem Sinn, der wahren Liebe und dem Glück, begegnen ihm Menschen, die sein Leben auf schicksalhafte Weise in eine entscheidende Richtung beeinflussen. Durch ihren eigensinnigen Schreibstil irritiert diese Geschichte zuerst, berührt dann aber auf sensible Art und Weise. Für alle Suchenden, nicht nur DDR-ler, ein empfehlenswertes Buch. Der Einband wurde von der dessauer Bildhauerfamilie Schellbach gestaltet. |
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Letzte Änderung: 5.11.2009