Haus Oberbrunn Gemeinschaft
Die Ökonomie
Die Themen Geld und Eigentum sind zwei der heikelsten in Gemeinschaften: Wovon werden wir leben? Wirtschaften wir gemeinsam oder getrennt? Wem gehören Grundstück und Gebäude? Was ist, wenn ich die Gemeinschaft einmal verlassen will?
Eigentum
Die Frage des Eigentums ist eng verknüpft mit der Suche nach einer geeigneten Rechtsform. Dabei sind uns folgende Aspekte wichtig:
- Wir wollen gemeinsam über die Nutzung von Grundstück und Gebäuden entscheiden (Selbstverwaltung).
- Die Entscheidungen sollen im Konsens getroffen werden und nicht durch die Höhe der einzelnen Kapitalanteile bestimmt werden.
- Die Kosten für Wohnraum sollen langfristig stabil bleiben, nicht durch Spekulationen in die Höhe getrieben werden können.
- Langfristig sollen Grundstücke und Gebäude aus dem Privatbesitz „befreit“ werden.
Zunächst lag es da nahe, eine Genossenschaft zu gründen. Doch die Beschäftigung mit dieser Rechtsform zeigte, dass dies sehr aufwendig und auch kostspielig ist – sowohl bei der Gründung als auch im Betrieb.
Die Kommanditgesellschaft bietet einige Vorteile:
- Eigentum und Nutzung können getrennt werden. So können Geldgeber, die nicht unbedingt Mitglieder der Gemeinschaft sein müssen, den Gruppenprozess nicht beeinflussen (gesichert durch einen langfristigen Pachtvertrag); umgekehrt kann der Gruppenprozess der Nutzer das Eigentum nicht gefährden.
- Wenig Gründungsaufwand.
- Einfache Verwaltung (keine Bilanzpflicht).
- Unterstützer können Geld krisensicher anlegen.
- Durch spätere Beteiligung einer gemeinnützigen Stiftung sind auch Spenden und Schenkungen möglich.
- Durch Übertragung (Schenkung) und Vererben von Geschäftsanteilen an diese Stiftung kann das Eigentum nach und nach in das Gemeinwohl übergehen.
Oberbrunner Grundstücksverwaltungs-KG
Die Verwaltungs-KG wurde im August 2005 gegründet und ist beim Amtsgericht Traunstein unter HRB 8866 ins Handelsregister eingetragen.
Geschäftsführender Komplementär ist Stefan Nathan Lange.
Finanzierung
Der Kauf des Gasthofs wurde folgendermaßen finanziert:
| Eigenkapital: |
25% |
| Privatdarlehen: |
10%/td> |
| Bürgschaftsdarlehen: |
15% |
| Hypothekendarlehen: |
50% |
Die Hypotheken-Finanzierung wollen wir innerhalb von wenigen Jahren vollständig durch folgende Maßnahmen ablösen:
- Erhöhung des Eigenkapitals durch Ausgabe weiterer Geschäftsanteile
- Leihgemeinschaften
- Zinsgünstige Darlehen aus Bürgengemeinschaften
Zur Umsetzung der verschiedenen Projekte wie Umrüstung der Heizungsanlage, Photovoltaik, Shuttlebus, Um- und Ausbau sollen möglichst viele Fördermittel aquiriert werden.
Gemeinsame Ökonomie und Werteausgleich
In den ersten sechs Monaten des gemeinsamen Lebens in unserem neuen Heim haben wir zunächst lediglich eine gemeinsame Haushaltskasse geführt. Doch ist uns klar geworden, dass wir möglichst bald zu einer gemeinsamen Alltags-Ökonomie kommen müssen:
Alle Einnahmen – egal ob aus externer oder interner Tätigkeit – fließen in einen gemeinsamen Topf, aus dem dann alle Kosten – private wie gemeinschaftliche – gedeckt werden.
Ob jeder einen festen Betrag erhält oder wir nach dem Bedürfnis-Prinzip handeln (jeder nimmt nach eigenem Ermessen, was er braucht), ist noch nicht entschieden. Über größere Ausgaben wird im Konsens beschlossen.
Auch die Integration eines Mitglieds, das nicht an der gemeinsamen Alltagsökonomie teilnehmen will ist möglich: Es wird ein Beitrag für Miete und Lebenshaltung vereinbart.
Wichtig ist uns die Anerkennung von Hausarbeit, Erziehung, Pflege usw. als zu Erwerbstätigkeiten gleichwertige Tätigkeiten.
Regionales Wirtschaften
Wir haben uns dem »Chiemgauer Regional« angeschlossen und akzeptieren für die Bezahlung unserer Produkte und Dienstleistungen sowohl Euro als auch Chiemgauer um damit die regionale Wirtschaft zu stärken.
Auch sonst versuchen wir, möglichst viele Produkte und Dienstleistungen aus der Region zu beziehen.
Vermögensökonomie
Diejenigen, die einmal die Gemeinschaft verlassen wollen – aus welchen Gründen auch immer – sollen an der Wertschöpfung beteiligt werden und nicht mit leeren Händen da stehen. Hierzu müssen wir noch die richtigen Methoden entwickeln.
Alterssicherung
Unsere beste Altersvorsorge ist die Gemeinschaft. Gesunde Beziehungen, eine gesunde Umgebung und die Gemeinschaft aller Generationen sollen uns helfen, bis ins hohe Alter aktiv und getragen zu sein.
>>> Weiter zum Thema "Mitleben, mitgestalten - Der Weg in unsere Gemeinschaft"
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